Boden für Longierzirkel und Roundpen

Höchste Performance, wenn es um enge Radien geht. Warum ein guter Roundpen-Boden besonders scherfest sein sollte.

Die Bewegung im Roundpen bzw. an der Longe kann vor allem für junge Pferde aufgrund ihrer Anatomie zunächst eine Herausforderung darstellen. Durch die konstante Arbeit auf dem Zirkel entstehen nach außen wirkende Fliehkräfte, die vor allem die Gelenke des Pferdes erheblich belasten. Zu harte, tiefe, unebene und rutschige Böden erhöhen nicht nur diese Belastung, sondern auch die Verletzungsgefahr für Ihr Tier um ein Vielfaches. Deshalb ist besonders auch im Roundpen ein perfekt abgestimmter Boden von enormer Wichtigkeit, um sowohl die extreme Belastung des Ober- und Unterbodens durch hohe Querkräfte, aber auch Tensionen auf den Bewegungsapparat des Pferdes auszugleichen.

Die wichtigsten Anforderungen an einen Roundpen-Boden

Sehnen- und Gelenkschonung

Je enger der Radius, desto größer ist die Belastung auf Sehnen und Gelenke. Deshalb muss von Bodenseite aus alles getan werden, um derartige Risiken für Beugesehnen und Fesselträger so gering wie möglich zu halten. Wie auch beim Reitplatz geht es hier um einen bestmöglichen Kompromiss aus Trittsicherheit und ausreichender Elastizität.

Hohe Griffigkeit

Bei höheren Gangarten auf gebogener Linie und steigender Geschwindigkeit erhöht sich immer auch die Gefahr des Wegrutschens und eines Sturzes. Ihr Boden sollte deshalb unbedingt über eine möglichst hohe Griffigkeit verfügen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Tretschicht, die nicht nur aus Quarzsanden, sondern auch aus umweltneutralen Protex-Fasern und Textilvlies bestehen sollte.

Ganzjährig nutzbar

Ob mit oder ohne Überdachung – um Ihnen auch bei schlechtem Wetter oder im Winter optimale Trainingsbedingungen zu ermöglichen, sollte Ihr Longierzirkel-Boden einerseits über eine optimale Wasserdrainage verfügen und andererseits regelmäßig mit ausreichend Frostschutz angereichert werden. Eine gute Pflegbarkeit ist hier Grundvoraussetzung.

Erst planen, dann losbauen

  • 1

Größe

Longierzirkel und Roundpen können in unterschiedlichsten Größen erstellt werden. Als gängigstes Maß hat sich allerdings ein Durchmesser von 15 – 20 Metern bewährt. Je nach Gemeinde sind unterschiedliche Größen genehmigungspflichtig.

  • 2

Hufschlagbildung

Durch die konstante Bewegung auf dem Zirkel kommt es im Roundpen noch schneller zu Hufschlagbildung als auf rechteckigen Reitplätzen. Die Beseitigung des Hufschlages erfordert entsprechende Maschinen, deren Zugänge und Befahrbarkeit rechtzeitig im Vorfeld eingeplant werden sollten.

  • 3

Überdachung

Je nachdem ob Sie sich für einen überdachten oder freien Roundpen entscheiden, hat dies natürlich auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Tretschicht, da diese unterschiedlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. In jedem Fall spielt die Elastizität, Trittstabilität und Frostschutz eine wichtige Rolle.

  • 4

Profiberatung

Niederschlagsmengen, geographische Lage, Wasserdurchlässigkeit und Beschaffenheit des gewachsenen Bodens – gerade bei der richtigen Positionierung Ihres Roundpens lohnt es sich, einen Bodenprofi hinzuzuziehen und mit einer Vor-Ort-Beratung Zeit und Geld einzusparen.

  • Illustration der Dreischichtbauweise auf dem Reitplatz

Unser empfohlener Aufbau: der selbe, wie auf Ihrem Reitplatz –Dreischicht-Aufbau

Ein Roundpen ist im Grunde genommen nichts anderes, als ein kleiner Reitplatz. Nur muss er meistens aufgrund der starken Querkräfte und Radien noch scherfester und griffiger sein. Diese wichtigen Eigenschaften erfordern eine stabile Verbindung von Bodengittern und dem darüberliegenden Bodenbelag, aber auch eine spezielle Abmischung der Tretschicht.

  • Dauerhafte Drainagewirkung und gezielte Entwässerung, keine Verdichtungsprobleme
  • Sicher befestigter Unterbau
  • Trennung von Unterbau und Tretschicht
  • Rutschfestigkeit und Griffigkeit durch erhöhte Stabilität zwischen den Bodenschichten
  • Langlebigste und auf Dauer wirtschaftlichste Verlegevariante
  • Ganzjährige Nutzbarkeit
  • Biologischer Reinigungsprozess durch Entwässerung nach unten: Oberflächenversickerung

 

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Gewachsener Boden

Für die Lage eines Roundpens empfehlen wir besonders wasserdurchlässige, steinige Böden. In einem ersten Schritt wird die oberste Bodenschicht abgetragen und ein Gefälle von 1 – 1,5 % hergestellt. Bei besonders lockeren Böden empfehlen wir zusätzlich noch ein Bauvlies, um die Funktion der Trennschicht zu unterstützen. Auf dieses Bodengerüst verlegen Sie dann idealerweise eine wasserführende Splitt- oder Schotterschicht von 3 – 5 cm.

Trennschicht

Als optimale Trennschicht in einem Roundpen empfehlen wir unser bewährtes Reitplatzgitter, den ECORASTER TR40. Die Wasserspeicherzellen sammeln abfließendes Wasser und geben es in trockenen Perioden an die Tretschicht ab. Seine stabile Wabenform kann nicht verdichten, die befüllten Gitterelemente sorgen für einen zuverlässigen Halt des Oberbodens auf der Trennschicht. Eine günstige Alternative stellt unser Allroundgitter TE30 dar. Für Reiter, mit besonders hohen Ansprüchen empfehlen wir das superelastische Turniergitter TS50.

Tretschicht

Der Bodenbelag eines Roundpen besteht aus griffigen Quarzsanden mit einer Körnung von 1 – 3 mm und umweltneutralen Zuschlagstoffen, die den Scherkräften entgegenwirken und dem Boden zusätzliche Funktionen verleihen. Dabei haben sich besonders unsere protex® Textilfasern und Textilvlies bewährt. Die Fasern verleihen der Tretschicht Struktur, indem sie die Sandkörner stärker miteinander verflechten. Die Vlieskomponente sorgt hingegen für den elastischen Gegenpart und federt Stöße und Bewegungen der Pferde harmonisch ab. Für den nötigen Frostschutz empfehlen wir Ihnen protherm® Magnesium Chlorid.

Was Sie gegen Wegrutschen und Hufschlagbildung tun können

Mehr Stabilität in Trenn- und Tretschicht

Fehlende Trittsicherheit und verstärkte Hufschlagbildung können verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen ist der Untergrund verhärtet, da auf den Einbau einer Trennschicht gänzlich verzichtet wurde. Hier sollte die Stabilität des Bodens wieder hergestellt und eine Trennschicht mit entsprechendem Gefälle verbaut werden. Die zweithäufigste Ursache ist eine falsche oder fehlende Abmischung Ihrer Tretschicht. Mit Hilfe eines Tretschicht-Checks können Sie die Qualität und Funktion Ihres Bodenbelags überprüfen lassen. Entweder wurde ein zu grobkörniger Sand verwendet, zu wenig strukturgebende Komponenten eingearbeitet oder die Pflege des Platzes vernachlässigt. Unsere Profis beraten Sie gerne und können anhand der Analyseergebnisse die nötigen Empfehlungen aussprechen. So kann es manchmal auch genügen, den bestehenden Boden durch strukturverleihende Zuschlagstoffe wieder aufzufrischen und so die Bodenfunktionen wieder herzustellen.

Unsere Produkte für Ihren Longierzirkel

Eine unserer Roundpen-Referenzen

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  • Die beiden Reitsportprofis Manuel Prause und Nadja Schmittlein für ecora